Kartenausgebende Bank: Multitude Bank p.l.c. (Ferratum) · lizenziert MFSA Malta · Mancus ist eine Marke der MyWage GmbH

Zahlungsnetzwerke: Mastercard vs. Visa vs. Amex

Was ein Zahlungsnetzwerk vom Kartenherausgeber unterscheidet, wie Issuer, Acquirer und Netzwerk zusammenspielen und warum das für Akzeptanz wichtig ist.

Wenn Sie eine Karte in der Hand halten, sehen Sie meist zwei Logos: das Ihrer Bank und das eines Zahlungsnetzwerks — Mastercard, Visa, American Express oder Girocard. Beide erfüllen ganz unterschiedliche Rollen. Wer sie unterscheidet, versteht besser, warum Karten in manchen Ländern akzeptiert werden und in anderen nicht, und warum Händler kleine Bio-Läden manchmal Amex ablehnen.

Drei Rollen im Zahlungsverkehr

Jede Kartenzahlung läuft technisch über drei Beteiligte auf der Anbieterseite:

Der Issuer (Kartenherausgeber). Das ist Ihre Bank — also die Institution, die die Karte ausgibt, den Verfügungsrahmen bereitstellt, die Abrechnung erstellt und das Kreditrisiko trägt. In Deutschland zum Beispiel DKB, Comdirect, Multitude Bank oder Ihre Sparkasse.

Der Acquirer. Das ist der Zahlungsabwickler auf Händlerseite. Er stellt dem Händler das Kartenterminal (oder das Online-Zahlungs­modul) bereit und leitet die Zahlungsforderung ins Netzwerk. Bekannte Acquirer in Deutschland: Concardis, Worldline, Adyen, Stripe.

Das Netzwerk. Das ist die technische Klammer dazwischen. Mastercard, Visa und Amex betreiben globale Netze, über die Autorisierungs- und Abrechnungsdaten zwischen Issuer und Acquirer fließen. Das Netzwerk sieht selbst kein Bankkonto und stellt keine Karten aus — es sorgt nur dafür, dass die richtige Bank an den richtigen Händler zahlt.

Für Sie als Kartennutzer heißt das: Die Kartenbedingungen (Zinssatz, Jahresgebühr, Verfügungsrahmen) legt Ihr Issuer fest. Wo die Karte funktioniert, hängt vom Netzwerk ab. Und wie viel der Händler an Gebühr bezahlt, verhandeln Issuer, Acquirer und Netzwerk untereinander.

Die vier großen Netzwerke

Mastercard und Visa — die globalen Zwillinge

Mastercard und Visa sind die beiden dominanten Netzwerke weltweit. Beide arbeiten nach dem Vier-Parteien-Modell (Karteninhaber, Issuer, Acquirer, Händler) und haben eine sehr hohe globale Akzeptanz. Für den Endkunden ist der funktionale Unterschied im Alltag minimal.

Beide Netzwerke geben selbst keine Karten aus, sondern lizenzieren ihre Marke an Banken. Wenn also eine Mastercard-Karte teuer ist oder schlechten Kundenservice bietet, liegt das an der ausgebenden Bank — nicht am Netzwerk.

American Express — das Drei-Parteien-Modell

American Express funktioniert historisch anders. Das Unternehmen ist Netzwerk und Issuer in einer Person: Die klassische Amex-Karte wird direkt von American Express selbst ausgegeben, nicht von einer Partnerbank. (In neuerer Zeit gibt es auch Amex-Karten von Partnerbanken — die klassische Struktur bleibt aber prägend.)

Für Sie hat das drei Konsequenzen:

  • Die Servicequalität ist bei Amex meist einheitlicher, weil ein Unternehmen alles steuert.
  • Die Gebühren, die Händler an Amex zahlen, sind höher als bei Mastercard und Visa (mehr dazu unten).
  • Deshalb ist die Akzeptanz — vor allem im deutschen Einzelhandel — geringer.

Girocard — das deutsche Debitsystem

Die Girocard (früher „EC-Karte”) ist kein internationales Kreditkartennetzwerk, sondern ein deutsches Debit-System, betrieben von der Deutschen Kreditwirtschaft. Sie ist am weit verbreitetsten am POS in Deutschland — auch bei kleineren Händlern, die keine Kreditkarten akzeptieren.

Zwei Eigenschaften machen sie besonders:

  • Sehr niedrige Händlergebühren. Ein Grund für die hohe Verbreitung.
  • Praktisch keine Akzeptanz im Ausland. Deshalb liegt auf vielen Girocards auch ein zweites Logo — Maestro oder V Pay (beide inzwischen auslaufend), oder ein Mastercard-Debit- bzw. Visa-Debit-Logo, damit die Karte im Ausland funktioniert. Dieses Prinzip nennt sich Co-Badging.

Wichtig: Girocard ist immer eine Debitkarte — es gibt keine Girocard-Kreditkarte. Wer den grundsätzlichen Unterschied zwischen Debit und Credit sucht, findet ihn in unserem Artikel Kreditkarte vs. Debitkarte vs. Charge Card.

Marktanteile: weltweit vs. Deutschland

Ein Blick auf die Marktanteile macht den Unterschied zwischen globaler und deutscher Realität sichtbar.

NetzwerkWeltweit (grobe Größenordnung)Deutschland (POS)
Visaca. 40 % Kartenumsatzca. 15 – 20 %
Mastercardca. 25 % Kartenumsatzca. 15 – 20 %
American Expressca. 7 % Kartenumsatzca. 3 – 5 %
Girocardca. 40 – 45 % Debit-Umsatz
Bargeldweiterhin sehr präsent

Die Zahlen schwanken je nach Quelle und Betrachtungsjahr, das Grundmuster ist aber stabil: International führen Visa und Mastercard, in Deutschland ist die Girocard am POS die häufigste Karte, Amex ist überall die kleinste der Big Four.

Warum Amex weniger akzeptiert wird

Der Grund ist ökonomisch. Bei jeder Kartenzahlung fällt für den Händler eine Händlergebühr an — im Fachjargon Merchant Discount Rate. Sie setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, unter anderem einer sogenannten Interchange Fee, die an den Issuer geht.

Für Verbraucherkarten in der EU sind Interchange Fees auf 0,2 % (Debit) und 0,3 % (Credit) begrenzt (EU-Verordnung 2015/751). Diese Deckelung gilt für Mastercard und Visa. American Express fällt teilweise nicht unter dieselbe Regelung (Drei-Parteien-Modell) und verlangt insgesamt höhere Gebühren.

Ergebnis: Ein Bäcker, dessen Marge auf ein Croissant vielleicht 20 Cent beträgt, spürt den Unterschied zwischen 0,3 % und 2 % Kartengebühr deutlich. Deshalb entscheiden sich viele kleine Händler bewusst gegen die Amex-Akzeptanz.

Co-Badging: zwei Netzwerke auf einer Karte

Viele in Deutschland ausgegebene Karten tragen zwei Logos. Ein typisches Beispiel: Girocard plus Mastercard Debit. Beim Bezahlen entscheidet das Terminal (oder Sie, je nach Land), welches Netzwerk verwendet wird.

Der Vorteil: Im Inland läuft die Zahlung günstig über Girocard, im Ausland automatisch über das internationale Netzwerk. Für Sie als Kunde ist das transparent — die Karte funktioniert einfach überall.

Achtung im Ausland: Manche Terminals fragen aktiv, welches Netzwerk verwendet werden soll. Wählen Sie in Zweifelsfällen das internationale (Mastercard/Visa/Amex), nicht die nationale Debit-Marke.

Wer bestimmt eigentlich, welche Karten Ihre Bank ausgibt?

Die Bank entscheidet, mit welchem Netzwerk sie kooperiert — teils historisch gewachsen, teils aus Kostengründen. Manche Banken haben Verträge mit Mastercard, andere mit Visa. Für den Kunden ist der praktische Unterschied gering: Beide Netzwerke sind global akzeptiert und funktional sehr ähnlich.

Wichtiger als die Netzwerkwahl sind die Konditionen der Karte selbst — also effektiver Jahreszins, Fremdwährungsgebühren und Zusatzleistungen. Diese legt der Issuer fest.

Was am POS wirklich passiert (in 300 Millisekunden)

Wer die Netzwerklogik einmal Schritt für Schritt sehen möchte:

  1. Sie halten Ihre Karte an das Terminal.
  2. Das Terminal liest die Kartendaten aus (Chip / NFC).
  3. Der Acquirer sendet eine Autorisierungs­anfrage über das Netzwerk an den Issuer.
  4. Der Issuer prüft: Ist die Karte gültig? Ist genug Rahmen frei? Passt das Sicherheits-Profil?
  5. Freigabe oder Ablehnung geht denselben Weg zurück.
  6. Das Terminal zeigt „Zahlung erfolgt”.

Alle sechs Schritte laufen in wenigen Hundert Millisekunden. Die tatsächliche Buchung (Clearing und Settlement) folgt später, oft erst am nächsten Werktag.

FAQ

Ist Visa oder Mastercard besser? Für den Alltag praktisch gleichwertig. Beide sind global akzeptiert und funktional sehr ähnlich. Wichtiger sind die Konditionen der ausgebenden Bank.
Warum nimmt mein Bäcker keine American Express? Weil die Händlergebühren bei Amex deutlich höher liegen als bei Visa oder Mastercard. Bei niedrigen Margen entscheiden sich viele Händler bewusst dagegen.
Kann ich mit einer Girocard im Urlaub bezahlen? Nur wenn die Karte zusätzlich das Logo eines internationalen Netzwerks trägt (Maestro, V Pay, Mastercard Debit, Visa Debit). Reine Girocards funktionieren außerhalb Deutschlands kaum.
Was ist der Unterschied zwischen Issuer und Netzwerk? Der Issuer ist Ihre Bank (gibt die Karte aus, führt das Kartenkonto). Das Netzwerk (Mastercard, Visa, Amex) ist nur die technische Infrastruktur, über die die Zahlung läuft.
Muss ich mich zwischen Mastercard und Visa entscheiden? Wer viel reist, hat mit beiden Netzwerken keinen wesentlichen Nachteil. In seltenen Fällen akzeptiert ein Terminal nur eines der beiden — deshalb tragen viele Reisende zwei Karten unterschiedlicher Netzwerke als Backup.

Die Mancus Mastercard® ist eine echte Kreditkarte mit Verfügungsrahmen und wird von der Multitude Bank p.l.c. ausgegeben. Mehr über die Karte erfahren.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Verbindliche Konditionen entnehmen Sie dem Preis- und Leistungsverzeichnis der Multitude Bank p.l.c.